EXTREME & HARDCORE LIEDERMACHING

Presse



zuletzt aktualisiert am
08.03.2011

 

Café Bizarr - Liedermacher in Trebur zu Gast

 

(...) Die enge Verbundenheit zwischen „cARSCHti“ und den „Liedermachern“ wurde bei der gegenseitigen Unterstützung deutlich. Bock und Tesch ergänzten als Hintergrund-Chor sehr schön die rauchige Stimme von Kulla. (...) cARSCHti“ mit rauchiger Stimme sang mehr im Stil eines Hannes Wader, der neben Reinhard Mey auch als Vorbild angegeben wird. (...) Mit einem gewissen Augenzwinkern beleuchtet „cARSCHti“ die Szene. „Liedermacher sind demnächst wieder schwer im Kommen“, singt er und träumt von Konzerten in vollen Fußballstadien. Die Zuschauer werden zudem mitgenommen ins eigene Leben von „cARSCHti“ und vor allem in seine Fernsehgewohnheiten. Besonders gelungen ist die Ballade von „Matula“, die den Dauerserienheld von „Ein Fall für Zwei“ ordentlich auf die Schippe nimmt. (...) Und vielleicht kommen „cARSCHti“ und die „Unkraut Liedermacher“ noch einmal zum Open Air nach Trebur und werden dann mit mehr Zuhörern belohnt.

 

Detlef Volk / Mainspitze / 14.12.2009

Carschti - "Lebensmittel"

 

(...) Als langjähriger Liedermacher mit seiner mutig direkten Art ist es für manchen eine echte Herausforderung sich seinen Liedern zu stellen. (...) Also eine extrem bunte Mischung a la Carschti! (...) Das Konzept der Platte wird bei so Beiträgen wie „Die Möwe Sophie“, „Ich lieb mein Leben“ oder „Die gelben Engel sind müde“ wirklich gut ankommen. Aber andere Tracks wie „Die Flucht aus dem Kefirbecher“, „Glück“ oder „Der Guru und meine Frau“ werden bei manchen Hörern sicher auf ein gewisses Unverständnis stoßen. Lebensmittel ist somit ein weiteres Werk selbständiger Liedergeschichte, die sich keine Normen auferlegen lässt. Es sei also für jeden Neuling ratsam, sich auf www.carschti.com erst einmal einige Hörproben zu verschaffen. Carschti Fans können sich auf einen weiteren Tonträger mit mutig frischen Ideen freuen.

 

Dirk Hoffmann / Extrem Liedermaching / Juni 2008

Fliegende Pfannkuchen

 

Die Kleinkunstwundertüte mit sieben Programmpunkten sorgte im dreiviertel gefüllten Raum für durchweg gelöste Stimmung. (...) Nur mäßig begeistert zeigten sich die Besucher allerdings bei Liedermacher „cARSCHti(...) Geschmacklos besang er, wie Maria zu ihrem Kind kam. (...)

 

Sarah Belzer / Mainspitze / 14.05.2008

Gitarren ohne Ende

 

(...) In den Programmen von Liedermacher „cARSCHti“ und Michael Günther gab es „Musik von Hand gemacht“ zu hören. (...) So sang „cARSCHti“ unter anderem ein Lied für eine der vielen Minderheiten in Deutschland, für die SPD. (...)

 

mdrl / my-trebur.de / 20.05.2007

Comedy und Rock 'n' Roll

 

Mit minimaler Technik präsentierte „Carschti“ am Mittwochabend im „Café Bizarr“ deutschen Gesang. Der Musiker gilt als Geheimtipp der neuen deutschen Liedermacher-Welle. (...) Carschti“, seit 27 Jahren als Musiker tätig, kommt aus Wuppertal, heißt im normalen Leben Carsten Kulla und arbeitet als Diplompädagoge mit behinderten Menschen. Sein Stil gibt eine jüngere Interpretation der 70-er-Jahre-Musik, wie sie etwa Reinhard Mey verkörperte. (...)

 

Christina Weber / Mainspitze / 19.05.2007

MaNo-Festival rockt zum zwölften Mal durch Marburg

 

(...) Im kleinen DeGass spielt „cARSCHti“ alias Carsten Kulla aus Wetter. Seit mehr als 25 Jahren geht der Sänger dem „Liedermaching“ nach. Und cARSCHti beherrscht sein Handwerk. Zynisch, provokant und humorvoll schwelgt er im vergangenen Liebesrausch und versetzt dem neuen Freund seiner Ex muskalische Seitenhiebe. Höhepunkt ist die Ode an Franz Müntefering, serviert zur Melodie von Elvis Presleys „In the Ghetto“. Köstlich! (...)

 

Ulrich Fikar / Oberhessische Presse / 13.03.2007

Trennschleifer am Spannungsbogen

 

(...) Des Rezensenten Favorit war gar nicht erst weitergekommen. Dabei hat Carschti aus Wetter bei Frankfurt (Main) es tatsächlich geschafft, in lockerem Stil eine emotional anrührende und überdies glaubhafte Geschichte um die Jungfrau Maria und deren unbefleckte Empfängnis abzuliefern. Des Mirakels Lösung fand er bei Bob Dylan: „The answer is a blowjob in the wind“. Das ist dem Publikum offenbar zu blasphemisch. (...)

 

Lars Schmidt / Leipziger Volkszeitung / 16.12.2006

Sperrfeuer: Tönende Lachsalven

 

(...) Dass das übliche Liedermacher-Genre gerne die eine oder andere Spitze abbekommt, zeigt anschaulich ein Textauszug von Carschti aus Wetter in Hessen: „Ich sprüh’s auf jede Häuserwand, das weiche Wasser bricht den Stein, mit Dicken macht man gerne Späße, siebenmal wirst du die Asche sein. Sind so kleine Füße mit so winzig kleinen Zehn’ , können manchmal ziemlich platt sein, soll man besser nicht drauf stehn.“ Kein Wunder, dass dieses Lied den Titel trägt „Liedermaching ist wie Englischeinkaufen“, verballhornt er doch gleich vier Vertreter der mahnenden Liedermacher-Generation. (...)

 

Heiko Richartz / Wochenblatt / 04.10.2005

Von Politik und anderen Prinzessinnen

 

(...) „Die Spaßgesellschaft ist vorbei, Liedermacher sind demnächst wieder schwer im Kommen“, raucht cARSCHti ins Mikro und klampft dazu seine Gitarre besonders harsch. Dennoch: Seit 25 Jahren auf der Bühne, just 40 geworden  -  cARSCHti ist wirklich auf „Abschiedstournee“, so der Titel seines Programms, - „das  ist nicht nur ein PR-Gag!“
Denn: „Ich habe nur noch wenige Jahrzehnte zu leben, ich werde eines Tages tot sein, das hab ich im Urin“ - worüber sich dann doch noch trefflich Lieder machen lässt. Vor allem, wenn man wie cARSCHti so launig frotzelnd daherkommt und dann doch die ernsten Themen am Wickel hat, getreu der alten kabarettistischen Maxime, dass man Paradoxien wie „Politiker sind das Grundübel der Politik“ nur mit bitterböser Ironie begegnen kann.
Indem man sich „als Liedermacher für unterdrückte Minderheiten einsetzt“, zum Beispiel für die „18-Prozent-Partei SPD“, namentlich deren gerade schwächelnden Vorsitzenden „Münte“, den „westfälischen Vizemeister im Fallschirmspringen“. Derlei Bosheiten hat cARSCHti en masse im Gepäck, nicht nur für die Politik, auch fürs Private, das bekanntlich immer auch politisch ist. Nicht nur mit Sahnebonbons, die Opa reicht, obwohl das nur ein klebriger Schein für das angeblich „Echte“ des Umworbenen ist, hat cARSCHti so seine Probleme. Natürlich auch mit Frauen. Genauer: die mit ihm, dem Schnarcher, dem Ornithologen, der sich „hauptberuflich mit Vögeln beschäftigt". Bis vielleicht irgendwann mal die Seeräuber-Jenny kommt, diese pirateske Prinzessin einer Männerfantasie. (...)

 

Jörg Meyer / Kieler Nachrichten / 27.08.2005

cARSCHti beehrt das Prinz Willy und will Abschied von der Bühne nehmen

 

(...) Bevor cARSCHti am Sonnabend im Hamburger Schmidt's Tivoli auf „Abschiedstournee“ geht, kehrt er noch mal im Prinz Willy ein. Nach 25-jähriger Bühnenkarriere hat cARSCHti fast so viele Jahre auf dem Bühnenbuckel wie die Stones. Und weil er nicht minder berühmt ist (vertraut man seinem Web-Auftritt www.carschti.com), will der „Frank Sinatra unter den Reinhard Meys“ es auch nicht darunter machen.

Ob das „endgültig“ des Programms Abschiedstournee wirklich so wörtlich zu nehmen ist oder nur ein kabarettreifer Marketingtrick, der auch bei den Stones „seit Jahren erfolgreich ist“, sei mal dahingestellt. cARSCHti jedenfalls will nicht mehr - und daher noch mehr. Wo das „Neue Deutsche Liedermaching – NDL“ heuer fröhliche Urständ feiert, war cARSCHti schon in den Roaring Eighties dabei. 1980 stand er als 15-Jähriger erstmals auf der Bühne, als so etwas Gebenedeites wie "christlicher Liedermacher im Bergischen Land". Heute hört sich das komisch an - und soll es auch, wenn man nicht gerade auf Weltjugendtagen beichtend unterwegs ist. Wenn wir also schon alle Papst sind, wie es die BILD-Zeitung zur Amtseinführung vom ewigen Benedikt aka „der 16.“ predigte, will cARSCHti noch mal der Erste unter den Letzten sein.
Als Straßenmusiker bereiste er halb Europas Fußgängerzonen, um mit Juliane Werding-Songs „ein bisschen Frieden“ in die Neue Deutsche Welle und unter die Leutseligen zu bringen. 2001 überzeugte er mit Matula, dem Song über den ewigen TV-Ermittler im „Fall für zwei“, auch ein TV-Publikum.
Der gebürtige Wuppertaler und bekennende „Ü 40“ hat mit Alben wie Live im Studio und Vierzig beachtlich verspätet auf den wichtigen deutschen Kleinkunstbühnen reüssiert. So darf der Abschied als Fall für den einzigen umso verfrühter folgen. Ein Abschied des Reibeisens unter den klampfenden Liedermachern für einmal, nur nicht für immer. (...)

 

Jörg Meyer / Kieler Nachrichten / 25.08.2005

Musik zwischen Satire und Sentimentalität

 

(...) „Es ist auch wichtig, dass Liedermacher soziales Engagement zeigen, deswegen wollte ich über eine unterdrückte Minderheit singen: Die SPD“, witzelte cArschti zu Beginn. Er eröffnete den Abend und stimmte die Gäste mit lustig bis satirischen Texten auf die folgenden Beiträge ein. (...)

 

Benjamin Weiß / Mainspitze / 08.03.2005

Brecht mit einer Prise Machismo

 

Anzügliches genießt der Mann auf der Bühne sichtlich. „Mein Schiff wird kommen, wie aus 80 Kanonen“, singt Carsten Kulla, Liedermacher aus dem Rheinland und bekannter unter seinem Künstlernamen „cARSCHti“. Im Jugendcafé demontiert er Bert Brecht mit einer dicken Prise Machismo, Warten auf die Liebe, Warten auf die Scheidung. Politik und Showszene: Persönliches und die große weite Welt nimmt der gewichtige Sänger mit der halbakkustischen Gitarre und dem Marshall-Verstärker aufs Korn. Rund 20 Besucher sind zu dem ironisch-unterhaltsamen Konzertabend gekommen, dessen Programm ordentlich aufräumt mit dem Klischee vom watteweichen Weltverbesserungsprogramm auf den Notenblättern deutscher Liedermacher. (...)

 

hmm / Rüsselsheimer Echo / 19.05.2004

Lieder über Tüten und Ratten im Klo

 

(...) CArschti sang ausdrucksstark über Fußball und vergaß im angeheiterten Zustand auch mal den Text, (...)

 

vov / Südwest Presse / 18.08.2003

Hinter jedem Song steckt ein wahres Gefühl

 

(...) Der gebürtige Wuppertaler Carschti erzählt in seinen Liedern über das Alleinsein und seine erste Liebe zu Sabine Laden. (...)

 

Ina Bösecke / Göttinger Tageblatt / 05.02.2003

Liedermacher

 

(...) Zuerst legte ARSCHI mit meist politischen Texten eine hohe Messlatte an intelligenten Liedermachergut. (...)

 

Wildwechsel / 05/2002

Liedermacher aus Marburg sind schwer im Kommen

 

Daß Liedermacher demnächst wieder schwer im Kommen sind, davon konnten sich die Zuhörer selbst überzeugen. Carsten Kulla, vielen besser bekannt als cARSCHti, Fred Erikson, und Friedemann Jaenicke wechselten sich beim Marburger Abend Spezial ab und zeigten unterschiedliche Interpretationen des Begriffs Liedermacher.
Ob cARSCHti, der mit seiner Gitarre zuerst an der Reihe war, nun „Tabuthemen“ ansprach oder von seinem ersten Mal im Hochhaus mit Sabine Laden sang, der gebürtige Wuppertaler mit 22 Jahren Erfahrung auf der Bühne begeisterte das Publikum. (...)

 

M. Piehler / Marburger Neue Zeitung / 16.04.2002

Kleine Fluchten eines Musikers aus Passion

Carsten Kulla singt Lieder auf der Straße

 

Marburg. Februar 1987: In der Marburger Oberstadt sieht man einen jungen Mann mit klammen Fingern Lieder zur Gitarre singen. Die Leute bleiben kaum stehen, gehen achtlos vorüber. Noch keine Saison für Straßenmusikanten. Carsten Kulla, Student aus Wuppertal und seit letztem Jahr in Marburg beheimatet, der junge Mann aus dem Februar, spielt auch jetzt im Juli 1987 seine aufmüpfig-zornigen und sanft-melancholischen Lieder auf der Straße. An der Wasserscheide, wo im Sommer die meisten Straßenmusikanten in Marburg zu beobachten sind, hat sich ein buntes Völkchen versammelt, um ihm zuzuhören.

Zwei ältere Damen aus Holland werfen ein paar Gulden auf die Gitarrentasche. Ein Dialog entwickelt sich zwischen Zuhörern und Sänger. Holländische Erinnerungen werden ausgetauscht, denn Carsten Kulla hat auch schon in Eindhoven und Amsterdam gespielt. „Kennen Sie die Gruppe 'Bots'?“, fragt er die beiden Frauen. Sie verstehen ihn zwar nicht, nicken aber verständnisvoll. Eine andere Dame hat sich auf die Steinstufen gesetzt und hört intensiv zu. Ob sie öfters Straßenmusik höre? „Eigentlich nicht, aber sein Text hat mich aufmerksam gemacht.“

Eine Gruppe von Halbwüchsigen hingegen geht achtlos an dem Musikanten vorbei und imitiert ihn voller Häme. „Das Interessante am Straßenmusikmachen liegt auch darin, die verschiedenen Reaktionen der Leute zu beobachten. Einige nehmen sich Zeit, auf die Texte meiner Lieder zu lauschen und sprechen mich auch gezielt an. Mit anderen kommt es eher zu flüchtigen Kontakten, die mich nicht weiter bewegen!“

Angefangen hat es bei ihm mit Auftritten in christlichen Jugendgruppen. Mit 15 Jahren lernte Kulla im heimatlichen Wuppertal einen Liedermacher kennen, der ihn bestärkte, eigene Lieder zu schreiben. Bis dahin trat er zwar öffentlich auf, sang seine Lieder aber noch nicht auf der Straße. Die Initialzündung gab es 1982 in Berlin, als er einen Straßenmusiker sah und dachte: „Das kann ich auch!“ „Ich spielte in Berlin meine Songs in der U-Bahn und fiel niemandem auf, bis zwei Polizisten ankamen. Sofort bildete sich eine riesige Menschentraube um mich. Da kam es zu Solidaritätsbeweisen. Ich merkte auf einmal: Da kann man ja was bewegen!“

Mit Liedern seiner Vorbilder Wader, Degenhardt und Biermann, aber auch zunehmend mit eigenen Stücken machte er sich alsbald auf große Touren. Der „heiße Herbst“ 1983 beeinflußte die Thematik seiner Lieder, und der diskussionsreiche Kirchentag tat sein Übriges. Seine kleinen Alltagsgeschichten erzählen aber nun, 1987, auch von der Vergeblichkeit des menschlichen Zusammenlebens, dem täglichen Frust, „in dem die negativen Seiten des Lebens aufgezeigt werden“. Lösungsansätze soll sich jeder selbst heraussuchen.

Der Traum vom Bühnenauftritt ist für Carsten Kulla noch nicht ausgeträumt. Denn: „Auf der Straße besteht immer das Problem, meine Botschaft rüberzubringen. Viele Menschen nehmen meine Musik kaum zur Kenntnis.“ „Allerdings bietet Straßenmusik eine gute Möglichkeit, die Lieder einzuüben oder zu verbessern. Eine Menge von aktuellen Musikern (Wader, Lämmerhirt) hat so den Durchbruch geschafft.“

In den meisten deutschen Städten wird Straßenmusik nunmehr toleriert. Nach einer langen Verbotswelle haben viele Magistrate die Vorzüge erkannt, die eine Fußgängerzone lebendiger machen. In Wuppertal waren Konzerte auf der Straße aber vor einigen Jahren verboten. Damals existierten viele Gruppen, die regelmäßig an den Wochenenden in der Fußgängerzone aufspielten. Jetzt, wo der Straßenmusik keine Verbote mehr entgegenstehen, ist die Wuppertaler „Szene“ gänzlich verschwunden.
Bei der Hitliste der bundesdeutschen Städte, die Carsten Kulla aufstellt, fällt etwas Merkwürdiges auf: „In Remscheid ist es sehr gut“, meint er. Der Fußballclub ist ja auch kürzlich in die zweite Liga aufgestiegen, ergänze ich. Das Beispiel scheint auch auf andere Städte zuzutreffen. Düsseldorf ist mau (gerade in die Zweite Liga abgestiegen), Berlin schlecht (ebenfalls abgestiegen), hingegen Hannover dieses Jahr akzeptabel (aufgestiegen in die erste Liga). Ob der VfL Marburg bald Aufsteiger in die Zweite Liga wird? Denn der junge Musiker ist von der Atmosphäre in Bezug auf Straßenmusik in der Universitätsstadt begeistert. „Es könnten sich jedoch ruhig mal mehr Straßenmusiker hierher verirren. Es gibt in Marburg noch keine Übersättigung.“

 

Manfred Hitzeroth / Oberhessische Presse / 11.07.1987

Evangelische Kirche gibt Arbeitslosen ein Zentrum

 

Arbeitsamtspräsident Dr. Olaf Sund lobte die Lieder, die der Hagener Schüler Carsten Kulla bei der Eröffnung des ALZ zum Thema Arbeitslosigkeit vortrug.

 

Udo Meier / Westfälische Rundschau / 11.05.1984

Koffiebartage

 

Einen eindeutigen Beweis dafür, daß in der evangelischen Freikirche eine lebendige Kinder- und Jugendarbeit praktiziert wird, lieferte die Hückeswagener Kreuzkirchengemeinde während ihrer „Koffiebartage“. Der 17jährige Schüler Carsten Kulla aus Wuppertal stellte seine Lieder und seine Musik vor.

 

B. Homberg / Rheinische Post / 30.10.1982

Die Libido in Geldern

Thomas Heyer (Moderator):
„... auch gut, denn Straßenmaler rutschen meistens in ihren Bildern herum. In Geldern verteilten sie an diesem Wochenende zum 26sten mal ihren Kreidestaub im Rahmen eines internationalen Straßenmaler-Wettbewerbs. Dabei wurde klar, dass Straßenmaler wirklich bunte Vögel sind und etliche Artgenossen anziehen. Christian Dassel mit der Samstagabend-Reportage aus Geldern.“

Offstimme:
„Kreidezeit in Geldern, der Boden wird hier nicht mit Füßen getreten, er wird bekniet und gestreichelt, denn bis zum nächsten Regen ist er der Grund für große Augenblicke...“

Christian Dassel (Reporter):
„Warum malt man nicht zu Hause auf ner Leinwand und guckt sich's dann ein Leben lang an?“
Straßenmalerin:
„Dann würden Sie mich jetzt hier nicht interviewen, wenn ich das zu Hause gemacht hätte, und die Leute kämen nicht hier vorbei und würden sagen, och, schau mal, und die Kinder würden nicht sagen, och, wie niedlich. Das ganze hätte ja nicht dieses Flair...“

Offstimme:
„Und auch er gehört zum Flair...“
cARSCHti (singt):
„Die Spaßgesellschaft ist vorbei, das Lachen wird euch noch vergehen. Ihr müsst schon euren Intellekt benutzen, um ein Lied wie dieses zu verstehen...“

Offstimme:
„Die Straßen von Geldern haben also nicht nur Oberflächliches zu bieten, denn in der Kunst geht es um Inhalte. Verglichen mit der Konkurrenz wirkt Snoopy auf der Hundehütte als Motiv ein wenig platt. Da muss man schon den Intellekt benutzen um Snoopy zu verstehen...“
Snoopy-Maler:
„Die Message von diesem Bild ist einfach, der Snoopy liegt auf seiner Hundehütte, un' der Woodstock is' net da. Er hat ihn schon seit Tagen vermisst, un' der Snoopy, wie gesagt, der liegt den ganzen Tag auf seiner Hütte und denkt, ich hab den ganzen Tag an dich gedacht. Das is' die Message, das kann jeder fühlen wie er moach, sachisch moa...“
Christian Dassel (Reporter):
„Also das große Thema ist Sehnsucht, vielleicht...?“
Snoopy-Maler:
„Sehnsucht, ja, vielleicht Liebe...“

cARSCHti (singt):
„Die Oberflächlichkeit hat ausgedient, die Ära der neuen Nachdenklichkeit entsteht zunächst in den Provinzen und macht sich später in den Metropolen breit... Denn Liedermacher sind demnächst wieder schwer im Kommen...“
Offstimme:
„Liedermacher cARSCHti malt seine Bilder mit Liedern, doch auch der inhaltsschwangere Schlussakkord reißt hier keinen von den Sitzen...“
Christian Dassel (Reporter):
Is' schon schwere Kost, oder?“
cARSCHti:
Joah, wenn man zuhört, eigentlich nich', dann isses' eher lustich, man muss sich aber die Mühe machen, zuzuhören...“
Christian Dassel (Reporter):
Is' halt'n Problem...“
cARSCHti:
Joah...“

Offstimme:
„Auch dieses Werk hat einen Hintergrund und der besteht aus Leinwand. Das Motiv ist eine Mischung aus einem holländischen Meister und dem Sohn des Künstlers. Für einen echten Pflasterstein wäre der Nach-
wuchs erstens zu schade, und zweitens wäre der Stein viel zu schwer...“
Straßenmaler:
„Ich brauch'n Weihnachtsgeschenk für meine Eltern...“
Christian Dassel (Reporter):
„Sie verbinden des denn sozusagen?“
Straßenmaler:
„Ja, diesmal mach ich das so. Ich hab extra gefragt, ob hier jemand was da dagegen hat, weil, Pflastermalerei mach ich eh in erster Linie auf Leinwand...“
Christian Dassel (Reporter):
„Sie machen Pflastermalerei in erster Linie auf Leinwand?“
Straßenmaler:
„Ja, auf solchen Leinwänden.“
Christian Dassel (Reporter):
„Das hört sich an wie'n Widerspruch...“
Straßenmaler:
„Nicht unbedingt, ich mal ja eigentlich...“
Christian Dassel (Reporter):
„Macht man Pflastermalerei nicht auf Pfaster - eigentlich?“
Straßenmaler:
„Ja, aber da, wo ich das mache, das ist in München, da ist das verboten auf's Pflaster zu malen.“

Offstimme:
„In Geldern ist es nicht nur nicht verboten, es ist sogar gewollt und sorgt an diesem Wochenende für zufriedene Gesichter.“
cARSCHti (singt im Hintergrund):
„Völlig triebgesteuert gab ich der Begierde nach...
Passant:
„Ich find datt ganz gut, weil datt hier allet so schön durcheinander is, will ma' sagen, dat find ich gut, dat hat Geldern hier gut gemacht, datt muss man lassen...“
cARSCHti (singt im Hintergrund):
„... die Libido auf Berg- und Taliban...“
Christian Dassel (Reporter):
„Jetzt singt er von der Libido.“
Passant:
"Libido? Watt is datt dann?..."
Christian Dassel (Reporter):
„Libido?“
Passant:
Libidu? Libidoo?“
Christian Dassel (Reporter):
„Haben sie Kinder?“
Passant:
„Ja...“
Christian Dassel (Reporter):
„Dann hatten Sie doch auch mal Libido, oder?“
Passant (denkt nach, dann fällt der Groschen):
„Ach soo!! Datt!!! Ah soooo!!!!! Tschuldigung, hähä! ... Datt gehört doch au' nich' hier hin, ?“

Offstimme:
„Wie so vieles ist das Ansichtssache. Ohne Libido kein Nachwuchs, ohne Nachwuchs keine Zukunft für die Straßenkunst. Doch ein derart düsteres Bild braucht man gerade in Geldern nicht zu malen.“

Thomas Heyer (Moderator) grinst:
„Das war Christian Dassel auf der Suche nach der Libido in Geldern, ja...“

Moderator: Thomas Heyer
Bericht: Christian Dassel
Kamera: Markus Dassel

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05.09.2004

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