cARSCHti im Netz

Biografie

zuletzt aktualisiert am
08.04.2012


Werke

1979
T Klapsmühlenrock (Michael Hahn)
T Sandmännchen (Michael Hahn)

1980
T Popper Punker Progressive
T Wenn dein Gott tot ist

1981
T Du lebst in deiner Clique
T Jona

1983
T Ballade vom verlorenen Sohn
T Banana Bea
T Geburtenstarker Jahrgang

1984
T Das Vorbild
T Der Eremit
T Der Guru und meine Frau
T Die Flucht aus dem Kefirbecher
T Festrede
T Und die Wolken ziehen mit dem Leben (Wiltrud Bauer)
T Wolfgang

1985
T Altweibersommer
T Auf gute Zusammenarbeit
T Beziehungskiste
T Fallenlassen

1986
T … als wenn nichts gewesen wär
T Babra
T Bergsteiger
T Der breite und der schmale Weg
T Die Möwe Sophie
T Es schmerzte mir in den Ohren...
T Freiheit war von größter Wichtigkeit
T Glück
T Irrtum / irre-toll
T Mördergrube
T reingeschneit / relativ zumindest
T Ruhepol
T Schmerz
T Verbitterung
T Wenn ich allein bin

1987
T Brauchen
T Walter

1988
T Blick nicht zurück

1990
T Alles macht die Mutta für Valuta
T Endspiel

1993
T Blind Punish
Kuschelltierliebe

1994
T Bis dass der Tod uns scheidet
Der Passat

1995
Gingo

1996
Doch du redest nur vom Flaschenpfand

1997
T Die Mondgöttin

1998
Gänseblümchen
T Honsell's Traum

1999
T Der vergebliche Tod des Constantin K.
T Liedermacher sind demnächst wieder schwer im Kommen
T Tabuthemen

2001
T Bis ans Ende der Welt
T Du musst sie dir nur einmal nackt vorstellen
T Hausfrauensex
T Klösi
T Matula
T Sabine Laden
T Sandra und Atul
T Silvie Reggentin
T Uhr Witz Storch
T Und mein Schiff wird kommen

2002
T Abtreiben auf der A1
T Besoffen – zum Glück!
T Eintracht

2003
T Eifel-Brot
T Ein Stück weit ein Liebeslied
T Entschuldigung
T Frei- Frei- Freizeit ist ein Extremsport
T Gib mir Tiernamen
T Versuchs mal mit Bestechlichkeit
T Unheilbar krank

2004
T Ännchen von Thurow
T Björn Lokai zählt Schäfchen
T Emma
T Müntefering
T Neunundneunzig Heldentaten
T Schnarchen
T Schwanger
T Servicewüste Deutschland
T Von und zu Klösi

2005
T Darmspiegelung
T Der Häuptling der AG Freizeit
T Die Stasi-Akte von Angela Merkel
T Ich lieb mein Leben
T Liedermaching ist wie Englischeinkaufen
T Maria hat schon einen Freund
T Und wenn der Björn

2006
T Denkst du denn da genauso
T Fachlich
T Hauptsache schwarz
T Hühnernudeltopf
T Oh Sandra Groh
T Was möchtest du trinken

2007
T Die gelben Engel sind müde
T Entschuldigung
Publikumsgespräch
T Thomas wartet
T Wenn Siegessäulen weinen

2008
Fake
T Feierabend
T Freund und Helfer
T Geschichte der 0
T Haus in Blowatz
T Ich wollte immer wie Olaf singen
T Jetzt und hier
T Lass es einfach fließen
T Münchhausen

2009
T Die einen müssen bleiben
T Einatmen Ausatmen
T Feierabend
T Hemmungen
Lindo Underberg
T Nie- Nie- Niesanfall
T Suzanne

2010
T Millionen Fragen
T Schulhof in Trier

2012
T Neuneinhalb


(Jahrgang 1964) heißt eigentlich Carsten Kulla und lebt im ostwestfälischen Bad Oeynhausen. Obwohl der gebürtige Wuppertaler bereits im Alter von 15 Jahren zum ersten Mal als Liedermacher auf der Bühne stand, musste er sich nach Abitur und Zivildienst zunächst als Student der Erziehungswissenschaften und dann als Diplom-Pädagoge in der Ambulanten Behindertenhilfe im mittelhessischen Marburg durchschlagen, bevor er im Frühjahr 2010 nach Ostwestfalen umzog, arbeitslos wurde, nach einem dreimonatigen Intermezzo als Krankheitsvertretung in der Stationären Jugendhilfe im Sommer 2011 zum Hartz 4-Empfänger mutierte und seitdem auf Kosten der Allgemeinheit seiner brotlosen Kunst nachgehen kann, bis er wieder eine Stelle in seinem Beruf findet oder mit seiner Berufung reich und berühmt wird...

Wie konnte es dazu kommen?

Fotos

In den späten Abendstunden des Nikolaustages 1964 erblickt cARSCHti das Licht der Welt, bzw. das grelle Licht eines Wuppertaler Kreißsaals – gerade noch rechtzeitig, denn er ist ein „Sonntagskind“. Entsprechend wohlbehütet wächst er in Wuppertals südlichstem Ortsteil Sudberg auf, der im Volksmund auch „das Ende der Welt“ genannt wird. Erst nach der Einschulung 1971 lernt er mehr von der Welt kennen, kommt in den Genuss musikalischer Früherziehung durch einen  pensionierten Musiklehrer, der ihm nicht nur Blockflöte und Akkordeon beibringt, sondern auch spannende Anekdoten aus zwei Weltkriegen in scheinbar aller Herren Länder erzählt. Auf diese Art von Bildung möchte cARSCHti auch nach seinem Wechsel auf’s Gymnasium 1975 nicht verzichten und besucht weiterhin diesen Musikunterricht, der ihn motiviert, zusammen mit einigen Klassenkameraden seine erste Band „The broken Legs“ zu gründen, die am Rosenmontag 1976 während einer Klassenfete ihren ersten und einzigen Auftritt feiert. 1977 besinnt sich cARSCHti seiner sportlichen Talente und tritt nicht nur der Fußballabteilung des „SSV 07 Sudberg“ bei, sondern auch den „Schachfreunden Vonkeln“, wo bereits Vater und Brüder seit geraumer Zeit aktiven Leistungssport betreiben. Die Fußballkarriere findet nach steten Niederlagen und tränenreichen Auswechslungen ein schnelles Ende, aber im Schach wird cARSCHti 1978 immerhin Wuppertaler Vize-Stadtmeister seiner Altersklasse.

Im Mai 1979 wird cARSCHti konfirmiert und wenige Monate später von einem Schachfreund in dessen baptistische Jugendgruppe mitgenommen, wo angeblich mehr Mädchen geben soll als in der Jugendabteilung des Schachvereins. Er findet zwar nicht, wie erhofft, sofort eine Freundin, aber innerhalb kürzester Zeit zum Glauben, so dass er am Ende des Jahres zum zweiten Mal getauft und selbst Baptist wird. In dieser Gemeinde lernt er außerdem den Liedermacher Michael Hahn kennen, einen abtrünnigen Ex-Baptisten, der dank der Aufgeschlossenheit des neuen jungen Pastors seine sozialkritischen Songs über gesellschaftlichen Abstieg und Alkoholismus in einem Konzert zum Besten geben darf. cARSCHti ist tief beeindruckt und beschließt, selbst Liedermacher zu werden und Gitarre spielen zu lernen. Mit nie gekanntem Ehrgeiz quält er sich auf einer alten Wandergitarre durch die ersten Gitarrengriffe und vernachlässigt dabei sogar so sehr die Schule, dass er im folgenden Sommer nicht versetzt wird, also sitzenbleibt.

Doch am 5. Oktober 1980 ist es endlich soweit. Im Rahmen einer Jugendevangelisation in seiner eigenen Gemeinde tritt cARSCHti zum ersten Mal öffentlich als Liedermacher auf, und zwar mit dem selbstgeschriebenen Song „Popper, Punker, Progressive“. Angespornt durch diesen Erfolg traut er sich keine zwei Wochen später vor ein Publikum von mehreren hundert freikirchlichen Jugendlichen beim Talentschuppen der Gospelnight in Leichlingen-Weltersbach. Er tritt wiederum in modischem Bühnen-Outfit, bestehend aus „Blaumann“ und alter Wandergitarre, auf die Bühne, trägt wiederum sein Erstlingswerk vor, diesmal allerdings nicht, ohne sein Instrument vorher mit Hilfe einer Kombizange, die er zum Erstaunen des Publikums aus seiner Latzhose zaubert, nachzustimmen. Bei seinem zweiten Auftritt bringt er junge Menschen damit nicht mehr nur zum christlichen Glauben, sondern auch zum Lachen.

So wird cARSCHti, der noch nicht annähernd über ein abendfüllendes Bühnenprogramm verfügt, Anfang 1981 für sein erstes Solokonzert in der Ev. Freik. Gemeinde Ratingen engagiert. Immerhin strecken ihm seine Eltern das Geld für eine richtige Gitarre vor. Er kauft sich seine bis heute heißgeliebte Yamaha FG-335, geht in den darauf folgenden Osterferien als Produktionshelfer in einer Zangenfabrik zum ersten Mal im Leben arbeiten und begleicht mit dem Lohn nicht nur die Schulden bei seinen Eltern, sondern knüpft dadurch auch lebenslange Bande zu seiner Gitarre. Während der folgenden Wochen und Monate bekommt cARSCHti dann auch immer häufiger Gelegenheit, sein umfangreicher werdendes Repertoire vor Publikum zu präsentieren, weil ihn sein Gemeindepastor und Mentor Reinhard Dorra, der als genialer Prediger immer wieder für Evangelisationen gebucht wird, als „Vorprogramm“ engagiert wird.

Alles hätte so harmonisch weiterlaufen können, aber 1982 tobt in Wuppertal der Straßenkampf. Samstag für Samstag versammeln sich in der Fußgängerzone Punks aus ganz NRW und stören den „Normalbürger“ beim Shoppen, ebenso wie Obdachlose und Straßenmusiker. Da solch ein störender Aufenthalt laut städtischer Verordnung inzwischen strengstens verboten ist, versammeln sich Samstag für Samstag auch Hundertschaften Polizei in der Wuppertaler Fußgängerzone, um die Störenfriede nieder zu knüppeln. Und Samstag für Samstag wird die Straßenmusik-Combo „Fortschrott“ dafür verhaftet, dass sie mit ihren musikalischen Mitteln dagegen protestiert. Als cARSCHti im Sommer seinen letzten Urlaub mit den Eltern in Berlin verbringt, ist der davon zutiefst beeindruckt. Und als er einem Straßenmusiker auf dem Ku’damm zuhört, beschließt er, selbst Straßenmusiker zu werden. Der erste Versuch auf dem Ku’damm endet jedoch aufgrund der Lautstärke des Straßenverkehrs kläglich, so dass er den zweiten Versuch in einer U-Bahn-Station startet. Auch hier stößt er zunächst nicht auf allzu große Resonanz, aber als sich nach kurzer Zeit mehrere Polizei-Hundertschaften und ein paar BVG-Beamte um ihn versammeln, weil Straßenmusik in Westberliner U-Bahn-Stationen noch strenger verboten ist als Punk und Obdachlosigkeit in der Wuppertaler Fußgängerzone, versammelt sich in nicht minder kurzer Zeit ein Publikum, das den jugendlichen Künstler engagiert und lautstark vor der Staatsmacht in Schutz nimmt.

Davon ermutigt wagt cARSCHti am Pfingstsamstag 1983 seinen ersten Auftritt in der DDR, allerdings nicht in einer Fußgängerzone oder U-Bahn-Station, sondern bei einem baptistischen Jugendgruppentreffen in Berlin- Weißensee. Immerhin lässt ihn die dortige Staatsmacht gewähren, so dass er in den folgende Jahren häufiger in freikirchlichen Gemeinden des Arbeiter- und Bauernstaats auftreten wird. Im Sommer geht er zum ersten Mal auf Straßenmusik-Tour durch Norddeutschland und Dänemark, und der Herbst ist auch für ihn vor allem durch die Großdemonstrationen der Friedensbewegung geprägt. cARSCHti engagiert sich aber nicht nur gegen die Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenraketen, sondern setzt sich zusammen mit den Redaktions-KollegInnen seiner Schülerzeitung „Chaos“ auch dafür ein, das humanistische Wuppertaler „Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium“ in „Friedrich-Engels-Gesamtschule“ umzubenennen und umzuwandeln. Obwohl diese Forderung durchaus berechtigt ist, da Herr Engels in seiner Jugend tatsächlich als Schüler dieser Lehranstalt in den Genuss von Latein und Grichich als Erstfremdsprache gekommen war, stößt sie nicht unbedingt bei der gesamten Stadtbevölkerung auf Gegenliebe, besonders nicht bei den Lehrern von cARSCHtis Proleten-Gymnasiums im Schulzentrum Süd, deren Kinder es einmal besser haben sollen als jene, die von ihnen unterrichtet werden.

Das „Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium“ bleibt also bestehen, und ungeachtet aller Proteste sind 1984 bereits die ersten Pershing-II-Raketen in der BRD stationiert worden. cARSCHti muss sich eingestehen, dass man in dieser freien Welt zwar fast alles (so lange es nicht gegen die Schule der Kinder der eigenen Lehrer geht) sagen darf, dass sich deshalb aber nicht zwangsläufig irgendetwas verändert, geschweige denn verbessert. Trotzdem darf er im Frühjahr die ersten Früchte seines politischen Engagements ernten und wird nicht mehr nur im christlich-evangelikalen Umfeld gebucht, sondern darf mit seinen Liedern nun auch Arbeitslosten-Treffs in Hagen und Iserlohn einweihen und beim Sommerfest der Düsseldorfer AWO-Jugendberatung ein säkulares Publikum unterhalten. Während einer Straßenmusik-Tour in den Sommerferien lernt er außerdem die Würzburger Dichterin Wiltrud Bauer kennen, die ihm nicht nur ihre eigenen Werke sondern auch die des walisischen Dichters Dylan Thomas näherbringt. cARSCHti ist davon derart begeistert, dass er exzessiv beginnt, neben seinen Liedern auch eigene Kurzgeschichten und Gedichte zu schreiben. Darin bestärkt wird er übrigens durch den Unterricht seines Literatur-Lehrers Lothar Pfennig, der ihn im letzten Unterrichtshalbjahr am Ende doch noch überzeugt, dass nicht alle Lehrer Kinder haben und diese auf humanistische Gymnasien schicken müssen.

Als cARSCHti 1985 sein Abitur macht, steht für ihn fest, dass er Schriftsteller werden will, oder zumindest Journalist. Doch zunächst muss er seinen Zivildienst ableisten und tut dies in einer Wuppertaler Wohnstätte für Erwachsene mit geistiger Behinderung. Nicht nur der Dienstrhythmus (1 Woche 80 Stunden arbeiten, die nächste Woche zu Ausgleich frei) gefällt ihm, weil dieser ihm ermöglicht, jede zweite Woche zu verreisen, sondern vor allem auch der persönliche Umgang mit diesem Personenkreis, zu dem er bis dahin noch nicht allzu viel Kontakt hatte. So beschließt er 1986, Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt Heil- und Sonderpädagogik zu studieren, und als Studienort wählt er das mittelhessische Städtchen Marburg, weil ihm ein Wohnstätten-Kollege, der dort selbst Anfang der 70er studiert hat, Abend für Abend vorschwärmt, wie die Studierenden Abend für Abend auf den Tischen getanzt hätten.  An einem Sonntag in Juni reist cARSCHti in die Party-Metropole, um sich am nächsten Morgen an der Philipps-Universität einzuschreiben. Am selben Abend wird er jedoch noch auf eine Kultveranstaltung aufmerksam, wo er in den beiden nächsten Jahrzehnten seine Heimspiele austragen wird, nämlich dem legendären „Marburger Abend“, der Offenen Bühne im örtlichen Kulturladen „KFZ“.

Zum Wintersemester nimmt cARSCHti also sein Studium auf, bzw. das „Studentenleben“. Zwar tanzt auch in Marburg niemand auf den Tischen, aber mit all den anderen „Erstis“, die ebenso wie er froh sind, dem „Hotel Mama“ entkommen zu sein, lässt es sich durchaus gut feiern. Und die meisten davon, die ebenso wie er in spartanischen 9qm-Zellen im Studentenwohnheim hausen, wollen sich spätestens zum Sommersemester verändern und mit ihm eine ein Stück weit politisch korrekte Kommune gründen, irgendwie in der Natur, aber zentral gelegen. Von den meisten bleibt aber nur eine Mitinsassin übrig, mit der er im März 1987 in eine Bruchbude zieht, zwar nicht im Grünen, aber immerhin „Am Grün“ in der Marburger Innerstadt. Zum Einzug gibt es Pall-Mall-Zigaretten und Asti Spumante, zum Auszug nur noch Gift und Galle. Auch sein zweites Semester verbringt cARSCHti also nicht nur nicht hauptsächlich an der Uni, sondern auch nicht hauptsächlich zu Hause. Stattdessen bewältigt er im Frühjahr und Sommer über 150 Straßenmusik-Auftritte. Es ist sein bis heute aktivstes Jahr als Liedermacher. Nachdem er im Sommer nach misslungenem 2er-WG-Experiment mit Frau in einer 3er-Männer-WG in einer Hochhaussiedlung am Marburger Stadtrand umgezogen ist, beginnt er zu Beginn des Wintersemesters endlich auch, sich intensiver seinem Studium zu widmen. Bestärkt wird er darin durch nächtelange alkoholgeschwängerte Diskussionen am WG-Küchentisch, in denen er Bekanntschaft mit Adorno und Habermas, ja sogar mit dem Frühwerk des späteren Attac-Gründers und Stuttgart21-Schlichters Heiner Geißler macht.

Zum 1. Mai 1988 reist cARSCHti nach Berlin und nimmt endlich mal wieder an einer Großdemo teil. Erich Honecker weiß dies zu schätzen und winkt ihm wohlwollend zu. Der Staatsratsvorsitzende sieht ein wenig blass aus, aber sein sommerlicher Strohhut lässt ihn lockerer rüberkommen, als er sich vermutlich in diesem Moment fühlt. cARSCHti ahnt noch nicht, warum, aber in seiner Strohhut-Euphorie lässt er sich weder durch Ochs‘ noch Esel aufhalten, am Ende des Jahres mit seinen KommilitonInnen die Revolution auszurufen und sämtlich Vorlesungen und Seminare am Fachbereich zu bestreiken, um endlich die Anwesenheitspflicht abzuschaffen. Die Alt-68er-ProfessorInnen sind begeistert, und sie unterstützen diese Forderungen, weil sie sich durch ihre Anwesenheitspflicht bei Lehrveranstaltungen mit Studierenden massiv in ihrem Forschungsauftrag behindert fühlen. Außerdem solle man während des Studiums doch wenigstens einmal an einem Uni Streik teilgenommen haben. Sie hätten schließlich damals mit Rudi Dutschke auf der Barrikade gestanden und mit Andreas Baader im Statistik-Seminar gesessen. Trotzdem entscheidet Bundesbildungsminister Möllemann Anfang 1989, die Anwesenheitspflicht an den Universitäten der BRD beizubehalten. Aber immerhin enden diese Studentenproteste nicht so blutig wie die in Peking im Juni oder Möllemanns Fallschirmsprung 14 Jahre später.

cARSCHti verarbeitet die Erfolglosigkeit seines Engagement, indem er zunächst sein Vordiplom macht und in der mündlichen Prüfung zu hören bekommt, er wisse mehr, als er verrate, und indem er danach ein Praktikum bei seiner späteren Arbeitgeberin, der AG Freizeit e. V., ableistet. Er fährt im Sommer mit auf eine Ferienfreizeit und lernt am letzten Abend ein neues Genre kennen, die „Freizeitlieder“. Einer der Mitarbeiter ist nämlich Olaf Michelsen, ein in den 70er Jahren in Marburg angesagter Liedermacher, und der hat zusammen mit einem Kollegen mehrere Songtexte auf bekannte Melodien über Leute und Ereignisse bei dieser Freizeit geschrieben, eine Tradition, die er seit mehreren Jahren praktiziert. cARSCHti ist von der Idee begeistert und fragt sich, warum er da nicht selbst drauf gekommen ist. Im Herbst befasst er sich mit dieser Frage in seinem Praktikumsbericht. Davon ist er so abgelenkt, dass er neuerliche Groß-Demos nur am Rande und aus der Ferne wahrnimmt. Entsprechend freudig ist die Überraschung, als zu seinem 25. Geburtstag unverhoffter Besuch aus der DDR bei ihm auf der Matte steht. Von dem erfährt er, es habe eine unblutige Revolution gegeben. Friedliche Demonstrationen hätten nicht nur den Rücktritt Erich Honeckers sondern auch die Öffnung der Grenzen bewirkt. cARSCHti ist wiederum begeistert, dass man mit politischem Engagement offensichtlich doch etwas erreichen kann. Doch diese Euphorie weicht 1990 nach dem Ausgang der Volkskammerwahl im März, der Einführung der D-Mark im Juli und dem Anschluss im Oktober einem Gefühl der Ohnmacht, wieder einmal nicht gefragt worden zu sein. Auch die wenigen Straßenmusik-Auftritte im Sommer werden für lange Zeit die letzten gewesen sein.

So widmet sich cARSCHti 1991 seiner Diplomarbeit und jobbt schon nebenher in seinem künftigen Beruf. Nach Ende seines Studiums hat er im August 1992 das Glück, gleich eine Festanstellung als Diplom-Pädagoge zu finden, und zwar bei der AG Freizeit e. V., wo er drei Jahre zuvor bereits Praktikum gemacht hatte. Im Herbst schreibt er dann auch die ersten eigenen „Freizeitlieder“, von denen bis zu seinem Abschied über 100 weitere folgen werden. Als er sich im Juli 1993 dann endlich auch die erste eigene Wohnung leisten kann und nach 6 Jahren politisch korrekter Männer-WG ins berüchtigte Marburger Bahnhofsviertel umzieht, ist sein Single-Glück jedoch nur von kurzer Dauer, denn er verliebt sich unsterblich in eine hochbegabte Medizin-Studentin, die erst den Hund ihrer Eltern, die in Urlaub fahren, während sie ihr Studium mit Nachtwachen im Altenheim finanzieren muss, bei ihm probewohnen lässt und dann nach und nach selbst bei ihm einzieht und ihren eigenen Privatzoo mitbringt, so lange, bis er sie 1994 mit einem rauschenden Fest im Marburger Schlosspark heiratet und im Oktober 1995, nachdem sie schon gedroht hatte, seine Spermienqualität medizinisch überprüfen zu lassen, mit einem berauschenden Akt an einer heidnischen Kultstätte schwängert. Da dem Ehepaar das Umfeld des Marburger Hauptbahnhofs nicht unbedingt kindgerecht erscheint, zieht er im Frühsommer 1996 in das Keine-100-Seelen-Dorf Ilschhausen um, und am 1. Juli erblickt cARSCHtis Sohn Milan das Licht der Welt. Da die Gattin mittlerweile ÄiP (Ärztin im Praktikum) ist und auch diesen letzten Schritt ihrer Ausbildung noch erfolgreich bewältigen möchte, geht der Papa nach dem Mutterschutz in Erziehungsurlaub. Ilschhausen ist schnell vermüllt, so dass die junge Familie fluchtartig ins nordhessische Neukirchen am Knüll umzieht, wo die Klinik der Gattin eine komfortable Dienstwohnung unterhält und vermietet. cARSCHti verbringt mit dem kleinen Sohn u. a. viel Zeit auf dem Spielplatz, wo er sich tagtäglich von alles besser wissenden Müttern, deren Ehemänner niemals Erziehungsurlaub nehmen würden, sondern anständig arbeiten gehen, anhören muss, dass Väter eben doch nicht die besseren Mütter sind. So ist er ganz froh, als die Gattin 1997 nicht von ihrer Klinik übernommen wird und es im Juni zurück Richtung Marburg geht, bzw. ins ca. 17 km entfernte Dörfchen Treisbach. Im Juli nimmt er wieder seine Arbeit bei der AG Freizeit e. V. auf, wo auch der junge ZDL Stefan Eilers, der gerade mit Begeisterung begonnen hat, Gitarre spielen zu lernen, angefangen hat, und der cARSCHti mit seiner Begeisterung dermaßen ansteckt, dass dieser 1998 einige Juliane-Werding-Songs auswendig lernt, damit Anfang 1999 exzessiv Straßenmusik macht und in der 2. Jahreshälfte mit „Tabuthemen“ und „Liedermacher sind demnächst wieder schwer im Kommen“ sogar wieder die ersten eigenen Lieder seit vielen Jahren schreibt.

Nach dem Millenium wird cARSCHtis neuerlich anbrechende Karriere jedoch jäh unterbrochen, als sich seine Gattin und er Anfang 2000 trennen und im Sommer auseinander ziehen. Sie ist mittlerweile gut verdienende Psycho-Ärztin und nimmt sich eine Wohnung in Nordhessen, wo sie seit 2 Jahren wieder in Lohn und Brot ist und es dadurch nicht mehr ganz so weit zur Arbeit hat. Er ist immer noch mäßig verdienender Diplom-Pädagoge, zieht in eine Kellerwohnung in der Kleinstadt Wetter, weil die Mieten da nicht so hoch sind wie in Marburg. Um sich nach der Scheidung wenigstens den Unterhalt leisten zu können, bewirbt er sich auf besser bezahlte Stellen in Hessen, leider vergeblich. Aber immerhin stellt er im Dezember aus alten und neueren Cassetten-Rekorder-Aufnahmen seine erste CD zusammen, die den Titel des aktuellen Kult-Hits „Liedermacher sind demnächst wieder schwer im Kommen“ trägt.

Anfang 2001 nimmt die Gattin ein unwiderstehliches Job-Angebot an und zieht mit dem Sohn ins ostwestfälische Bad Oeynhausen, das 3 ½ Autostunden von Marburg entfernt liegt. cARSCHti nimmt dies zum Anlass, seinen uralten Traum umzusetzen, nach Berlin zu ziehen. Dahin wollte er sich schon immer mal wieder flüchten, wenn ihm die Wirklichkeit zu viel wurde. In der JVA Plötzensee, wo auch schon ein Dietrich Bonhoeffer zu Tode kam, wird er sogar zum Assessment- Center eingeladen und auf Anhieb erster, erster, der rausfliegt. In einer Steglitzer Jugendhilfe-Einrichtung zieht er seine Bewerbung nach der ersten Hospitation freiwillig zurück. Da er aber inzwischen über eine Internet-Verbindung verfügt, wird er im Sommer auf das legendäre Liedermaching-Festival in Kevelaer aufmerksam, fährt auf Gutglück hin und knüpft dort äußerst wertvolle Kontakte für die nächsten Jahre. Dennoch wird seine Ehe am 4. September in jenem besagten Bad Oeynhausen geschieden, und was eine Woche später in jenem besagten New York passiert ist, dürfte inzwischen wohl hinlänglich bekannt sein. Trotzdem, cARSCHti ist jetzt online und stellt Ende Oktober die allererste Version dieser Webseite ins Netz.

Auch 2002 verbringt er zunächst damit, sich zu bewerben, nicht mehr nur für einen neuen Job sondern auch für eine neue Beziehung. Beides bleibt jedoch wiederum erfolglos, so dass er im Spätsommer endlich akzeptiert, sein Dasein in Zukunft als Single und ewiger AG Freizeit-Mitarbeiter zu fristen. Nun hat er wenigstens den Kopf für neue Projekte frei und geht in ein Studio, um seine zweite CD zu produzieren. cARSCHti ist jedoch auch nach weit über 20 Jahren immer noch so unbedarft, dass de dabei nicht in einem Ton-, sondern in einem Domina-Studio landet. Entsprechend dilettantisch ist auch die Tonqualität seines nächsten Tonträgers „Live im Studio“, der Anfang 2003 erscheint. Doch cARSCHti scheint sich mittlerweile zu einer festen Größe in der Neuen Deutschen Liedermaching-Szene etabliert zu haben, darf sogar zweimal Götz Widmann, den „Godfather of Liedermaching“, supporten und ist bei entsprechenden Festivals in Göttingen, Dortmund und Loßburg-Wittendorf vertreten. Durch diese Erfolge beflügelt investiert cARSCHti 2004 weitere Energien, sich zu bewerben, diesmal als Liedermacher. Gleich im Januar darf er mit seiner Kunst das Würzburger Liedermaching-Festival und am Abend danach den 200. Marburger Abend beglücken. Er wird für Solo- Konzerte in Biedenkopf, Ortenberg-Selters, Trebur und sogar Bonn engagiert, tritt in Zell-Kaimt an der Mosel zum ersten Mal bei einem Liedertreffen des Liedermacher-Forums auf, darf sich beim „Trebur Open Air 2004“ als Vorgruppe der Vorgruppen z. B. der „Donots“ gebauchpinselt fühlen und schafft es im September bei seiner fünften Teilnahme beim Gelderner Int. Straßenmaler-Wettbewerb sogar ins WDR-Fernsehen, das in seiner „Aktuellen Stunde“ darüber berichtet.

Angestachelt von diesen Erfolgen beschließt cARSCHt dem Beispiel der Rolling Stones zu folgen und 2005 endgültig von der Bühne abzutreten. Er ist gerade 40 geworden, und seine letzte CD hätte eigentlich bereits im März dieses Jahres erscheinen sollen. Dank eines Totalabsturzes seines Rechners, kann er diese CD jedoch erst Anfang August bei einem Solokonzert im Mainzer „Kulturcafé“ vorstellen, im Rahmen seiner „Abschiedstournée“, die ihn u. a. auch noch in das Hamburger „Schmidt’s-Theater“ führt, wo er es unendlich genießen darf, sich vom seinerzeit noch aktuellen FC St. Pauli-Präsidenten Corny Littmann als „junges Talent“ in der „Mitternachtsshow“ persönlich beleidigen zu lassen. Pünktlich zum 25jährigen Bühnenjubiläum hat cARSCHti dann im Oktober seinen definitiv letzten Auftritt bei der „Nacht der Trubadöre“, und zwar im Monheim am Rhein, wo er 28 Jahre zuvor auch schon seine Fußballkarriere beendet hatte. Was zunächst nur als PR-Gag gedacht war, wird 2006 jedoch bittere Realität, als im März seine Mutter stirbt. cARSCHti hat bereits kurz vorher sämtliche Termine abgesagt und braucht in seiner Trauer mehrere Monate, bis er es im Dezember schafft, beim Kautsch- Liedermacher-Wettbewerb in der Leipziger Moritzbastei endlich wieder seine Karriere an Liedermacher anzugehen.

So wird 2007 dann auch eines seiner intensivsten Jahre seit langer Zeit. Er bewältigt über 30 Auftritte, davon so viele Solo- und Doppelkonzerte wie nie zuvor, und er nimmt außerdem seine vierte CD „Lebensmittel“ auf, die Anfang 2008 erscheint. Wie jedes Jahr fährt er auch in diesem Sommer mit der AG Freizeit e. V. auf Gruppenreise, diesmal an die mecklenburgische Ostseeküste. In diesem Jahr ist jedoch alles anders. In einem Souvenir-Laden auf der Insel Poel erwirbt er nicht nur einen Strohhut, der ihm von einem ostalgischen Verkäufer als „Original Honecker“ angepriesen wird und nicht mal teurer ist als all die anderen Strohhüte in dessen Sortiment, sondern nimmt mit der Freizeit-Band „Silberhammer“ eine gleichnamige CD auf, die Anfang 2009 erscheint. Außerdem ist cARSCHti im März zum ersten Mal in einer Theaterrolle, und zwar der des „Lindo Underberg“ in der AG Freizeit-Revue „Die große Freitagabendschau“ in der Marburger „Waggonhalle“, zu sehen.

Sein Beruf macht ihm nach 17 Jahren nach wie vor Spaß, und auch sein kreatives Hobby verschafft ihm immer wieder spannende Erlebnisse, die er nicht missen möchte. Alles prima also? Nicht ganz, denn cARSCHti sieht seinen Sohn, der im drei Autostunden entfernten Bad Oeynhausen bei seiner Mutter lebt, höchstens einmal im Monat, und dann sind es diese typischen Scheidungs-Väter-Kinder-Wochenenden. Samstags spätnachmittags bei McDonald’s lässt sich das gut beobachten, wenn sie ihre Gutschein-Bons von den Kinokarten einlösen, bevor es für die Kids kurz darauf wieder zu Mutti geht. Eigentlich weiß er es schon länger, aber als sein Sohn im Juni eine Krise hat und ihm nicht persönlich beistehen kann, indem er ihn z. B. mal in den Arm nimmt, weil drei Autostunden dazwischen liegen und er am nächsten Tag ja auch arbeiten muss, ist dies der Auslöser für cARSCHtis Entscheidung, die Zelte in Marburg abzubrechen und nach Bad Oeynhausen zu ziehen. Im September beginnt er, sich in Ostwestfalen als Pädagoge zu bewerben, jedoch ohne Erfolg. Anfang 2010 geht er auf Wohnungssuche und wird sehr schnell fündig. Im März nimmt er Abschied aus Marburg, u. a. mit einem tränenreichen Abschiedskonzert von der AG Freizeit e. V., aber auch mit letzten Auftritten beim „MaNo-Festival“ und bei „Marburger Abend“.

Ab April ist cARSCHti zum ersten Mal in seinem Leben offiziell arbeitslos, aber ab Mai bereits schon nicht mehr, weil er sich zu einer dieser „Maßnahmen“ überreden lassen hat, deren TeilnehmerInnen in der offiziellen Arbeitslosen-Statistik dann nicht mehr vorkommen. Dort bekommt er so wertvolle Bewerbungs-Tipps wie „schwereres Papier benutzen“ oder „einen Smiley auf die Bewerbungs-Mappe kleben“, damit der „Personalentscheider“ auf einen aufmerksam wird. Der Dozent ist ein knapp 40jähriger BWL-Student und träumt davon, eines Tages selbst „Personalentscheider“ zu werden. Er war zwar vor diesem schlecht bezahlten Dozenten-Job selbst auf Hartz 4 und vermutlich in solch einer „Maßnahme“, aber er verfügt immerhin über etwas Berufserfahrung als „Türsteher“, außerdem outet er sich als stolzer Kampfhund- Besitzer. Er ist also durchaus qualifiziert zu entscheiden, „Du kommst hier nicht rein‘“ oder eben doch. Und er weiß sein Publikum durchaus mit Hasstiraden gegen Bademeister (die ihm als Kind vermutlich verboten haben, vom Beckenrand zu springen), seine Ehefrau (die mit Mario Barth liiert ist, aber mit ihm shoppen geht) und Muslime (die sowieso alle nicht arbeiten wollen – er habe Sarrazins Buch zwar nicht gelesen, aber die Bild-Zeitung) ebenso zu unterhalten wie zu beleidigen. Sowas muss sich cARSCHti jedenfalls zweimal pro Woche anhören und bewirbt sich umso fleißiger, um dieser rechtspopulistischen Hölle zu entkommen. Nebenbei versucht er, als Liedermacher in der neuen Region Fuß zu fassen, mit schleppendem Erfolg. Nach Ablauf dieser „Maßnahme“ findet er im November eine Erzieherstelle als Krankheitsvertretung in einer kirchlichen Jugendhilfeeinrichtung und ist nicht nur erleichtert, dass sein Sohn nicht in solch einer Einrichtung leben muss, sondern auch, dass dieser Arbeitsvertrag auf nur drei Monate befristet ist.

Ab Februar 2011 ist cARSCHti also wiederum arbeitslos, diesmal sogar statistisch gesehen offiziell. Nach vergeblichen Bewerbungen als Diplom-Pädagoge und nicht minder vergeblichen Versuchen, als „Profi-Liedermacher“ Fuß zu fassen, endet er im Sommer schließlich auf Hartz 4 und wird auf die wesentlichen Dinge im Leben reduziert. Er lernt immer mehr, mit immer weniger Geld auszukommen, schreibt weiterhin seine Bewerbungen und nutzt seine – zugegeben – reichliche freie Zeit aber auch dazu, neue Songs aufzunehmen und ab Oktober seinen ersten Roman „Neuneinhalb“ zu schreiben, den er nach dreimonatiger disziplinierter Arbeit Anfang 2012 auch fertigstellt. Außerdem hat er zum Jahreswechsel sein Auto abgeschafft und ist nun nach fast zwei Jahrzehnten wieder als Fußgänger unterwegs...


Wuppertal 1965

Wuppertal 1971

Wuppertal 1979

Wuppertal 1981

Berlin / DDR 1982

Geldern 1983

Berlin / DDR 1983

Aachen 1986

Marburg 1987

Mücke 1989

Porto Roz / SLO 1994

Marburg 1994

Straßburg / F 1995

Marburg 1995

Marburg 2002

Hamburg 2005

Leipzig 2006

Trebur 2007

Diera-Zehren 2007

Geldern 2008

Bad Münster 2008

Marburg 2009

Kevelaer 2009

Vienenburg-Lochtum 2010

Herford 2010

Bremen 2011



© Carsten Kulla 2012

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