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Café
Bizarr - Liedermacher in Trebur zu Gast
(...)
Die
enge Verbundenheit zwischen „cARSCHti“ und den
„Liedermachern“ wurde bei der gegenseitigen
Unterstützung deutlich. Bock und Tesch ergänzten
als Hintergrund-Chor sehr schön die rauchige Stimme
von Kulla. (...)
„cARSCHti“
mit rauchiger Stimme sang mehr im Stil eines Hannes Wader,
der neben Reinhard Mey auch als Vorbild angegeben wird.
(...)
Mit
einem gewissen Augenzwinkern beleuchtet „cARSCHti“
die Szene. „Liedermacher sind demnächst wieder
schwer im Kommen“, singt er und träumt von
Konzerten in vollen Fußballstadien. Die Zuschauer
werden zudem mitgenommen ins eigene Leben von „cARSCHti“
und vor allem in seine Fernsehgewohnheiten. Besonders
gelungen ist die Ballade von „Matula“, die den
Dauerserienheld von „Ein Fall für Zwei“
ordentlich auf die Schippe nimmt. (...)
Und
vielleicht kommen „cARSCHti“ und die „Unkraut
Liedermacher“ noch einmal zum Open Air nach Trebur
und werden dann mit mehr Zuhörern belohnt.
Detlef
Volk / Mainspitze / 14.12.2009
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Carschti
- "Lebensmittel"
(...)
Als
langjähriger Liedermacher mit seiner mutig direkten
Art ist es für manchen eine echte Herausforderung
sich seinen Liedern zu stellen. (...)
Also
eine extrem bunte Mischung a la Carschti! (...)
Das
Konzept der Platte wird bei so Beiträgen wie „Die
Möwe Sophie“, „Ich lieb mein Leben“
oder „Die gelben Engel sind müde“
wirklich gut ankommen. Aber andere Tracks wie „Die
Flucht aus dem Kefirbecher“, „Glück“
oder „Der Guru und meine Frau“ werden bei
manchen Hörern sicher auf ein gewisses Unverständnis
stoßen. Lebensmittel ist somit ein weiteres Werk
selbständiger Liedergeschichte, die sich keine Normen
auferlegen lässt. Es sei also für jeden Neuling
ratsam, sich auf www.carschti.com erst einmal einige
Hörproben zu verschaffen. Carschti Fans können
sich auf einen weiteren Tonträger mit mutig frischen
Ideen freuen.
Dirk
Hoffmann / Extrem Liedermaching /Juni 2008
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Fliegende
Pfannkuchen
Die
Kleinkunstwundertüte mit sieben Programmpunkten
sorgte im dreiviertel gefüllten Raum für
durchweg gelöste Stimmung. (...) Nur mäßig
begeistert zeigten sich die Besucher allerdings bei
Liedermacher „cARSCHti“ (...) Geschmacklos
besang er, wie Maria zu ihrem Kind kam. (...)
Sarah
Belzer / Mainspitze / 14.05.2008
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Gitarren
ohne Ende
(...)
In
den Programmen von Liedermacher „cARSCHti“ und
Michael Günther gab es „Musik von Hand gemacht“
zu hören. (...)
So
sang „cARSCHti“ unter anderem ein Lied für
eine der vielen Minderheiten in Deutschland, für die
SPD. (...)
mdrl
/ my-trebur.de / 20.95.2007
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Comedy
und Rock 'n' Roll
Mit
minimaler Technik präsentierte „Carschti“
am Mittwochabend im „Café Bizarr“
deutschen Gesang. Der Musiker gilt als Geheimtipp der
neuen deutschen Liedermacher-Welle. (...) „Carschti“,
seit 27 Jahren als Musiker tätig, kommt aus
Wuppertal, heißt im normalen Leben Carsten Kulla und
arbeitet als Diplompädagoge mit behinderten Menschen.
Sein Stil gibt eine jüngere Interpretation der
70-er-Jahre-Musik, wie sie etwa Reinhard Mey verkörperte.
(...)
Christina
Weber / Mainspitze / 19.05.2007
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MaNo-Festival
rockt zum zwölften Mal durch Marburg
(...)
Im
kleinen DeGass spielt „cARSCHti“ alias Carsten
Kulla aus Wetter. Seit mehr als 25 Jahren geht der Sänger
dem „Liedermaching“ nach. Und cARSCHti
beherrscht sein Handwerk. Zynisch, provokant und humorvoll
schwelgt er im vergangenen Liebesrausch und versetzt dem
neuen Freund seiner Ex muskalische Seitenhiebe. Höhepunkt
ist die Ode an Franz Müntefering, serviert zur
Melodie von Elvis Presleys „In the Ghetto“.
Köstlich! (...)
Ulrich
Fikar / Oberhessische Presse / 13.03.2007
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Trennschleifer
am Spannungsbogen
(...)
Des
Rezensenten Favorit war gar nicht erst weitergekommen.
Dabei hat Carschti aus Wetter bei Frankfurt (Main) es
tatsächlich geschafft, in lockerem Stil eine
emotional anrührende und überdies glaubhafte
Geschichte um die Jungfrau Maria und deren unbefleckte
Empfängnis abzuliefern. Des Mirakels Lösung fand
er bei Bob Dylan: „The answer is a blowjob in the
wind“. Das ist dem Publikum offenbar zu
blasphemisch. (...)
Lars
Schmidt / Leipziger Volkszeitung / 16.12.2006
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Sperrfeuer:
Tönende Lachsalven
(...)
Dass
das übliche Liedermacher-Genre gerne die eine oder
andere Spitze abbekommt, zeigt anschaulich ein Textauszug
von Carschti aus Wetter in Hessen: „Ich sprüh’s
auf jede Häuserwand, das weiche Wasser bricht den
Stein, mit Dicken macht man gerne Späße,
siebenmal wirst du die Asche sein. Sind so kleine Füße
mit so winzig kleinen Zehn’ , können manchmal
ziemlich platt sein, soll man besser nicht drauf stehn.“
Kein Wunder, dass dieses Lied den Titel trägt
„Liedermaching ist wie Englischeinkaufen“,
verballhornt er doch gleich vier Vertreter der mahnenden
Liedermacher-Generation. (...)
Heiko
Richartz / Wochenblatt / 04.10.2005
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Von
Politik und anderen Prinzessinnen
(...)
„Die
Spaßgesellschaft ist vorbei, Liedermacher sind
demnächst wieder schwer im Kommen“, raucht
cARSCHti ins Mikro und klampft dazu seine Gitarre
besonders harsch. Dennoch: Seit 25 Jahren auf der Bühne,
just 40 geworden - cARSCHti ist wirklich auf
„Abschiedstournee“, so der Titel seines
Programms, - „das ist nicht nur ein
PR-Gag!“ Denn: „Ich habe nur noch wenige
Jahrzehnte zu leben, ich werde eines Tages tot sein, das
hab ich im Urin“ - worüber sich dann doch noch
trefflich Lieder machen lässt. Vor allem, wenn man
wie cARSCHti so launig frotzelnd daherkommt und dann doch
die ernsten Themen am Wickel hat, getreu der alten
kabarettistischen Maxime, dass man Paradoxien wie
„Politiker sind das Grundübel der Politik“
nur mit bitterböser Ironie begegnen kann. Indem
man sich „als Liedermacher für unterdrückte
Minderheiten einsetzt“, zum Beispiel für die
„18-Prozent-Partei SPD“, namentlich deren
gerade schwächelnden Vorsitzenden „Münte“,
den „westfälischen Vizemeister im
Fallschirmspringen“. Derlei Bosheiten hat cARSCHti
en masse im Gepäck, nicht nur für die Politik,
auch fürs Private, das bekanntlich immer auch
politisch ist. Nicht nur mit Sahnebonbons, die Opa reicht,
obwohl das nur ein klebriger Schein für das angeblich
„Echte“ des Umworbenen ist, hat cARSCHti so
seine Probleme. Natürlich auch mit Frauen. Genauer:
die mit ihm, dem Schnarcher, dem Ornithologen, der sich
„hauptberuflich mit Vögeln beschäftigt".
Bis vielleicht irgendwann mal die Seeräuber-Jenny
kommt, diese pirateske Prinzessin einer Männerfantasie.
(...)
Jörg
Meyer / Kieler Nachrichten / 27.08.2005
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cARSCHti
beehrt das Prinz Willy und
will Abschied von der Bühne nehmen
(...)
Bevor cARSCHti am
Sonnabend im Hamburger Schmidt's Tivoli auf
„Abschiedstournee“ geht, kehrt er noch mal im
Prinz Willy ein. Nach 25-jähriger Bühnenkarriere
hat cARSCHti fast so viele Jahre auf dem Bühnenbuckel
wie die Stones. Und weil er nicht minder berühmt ist
(vertraut man seinem Web-Auftritt www.carschti.com), will
der „Frank Sinatra unter den Reinhard Meys“ es
auch nicht darunter machen.
Ob
das „endgültig“ des Programms
Abschiedstournee wirklich so wörtlich zu nehmen ist
oder nur ein kabarettreifer Marketingtrick, der auch bei
den Stones „seit Jahren erfolgreich ist“, sei
mal dahingestellt. cARSCHti jedenfalls will nicht mehr -
und daher noch mehr. Wo das „Neue Deutsche
Liedermaching – NDL“ heuer fröhliche
Urständ feiert, war cARSCHti schon in den Roaring
Eighties dabei. 1980 stand er als 15-Jähriger
erstmals auf der Bühne, als so etwas Gebenedeites wie
"christlicher Liedermacher im Bergischen Land".
Heute hört sich das komisch an - und soll es auch,
wenn man nicht gerade auf Weltjugendtagen beichtend
unterwegs ist. Wenn wir also schon alle Papst sind, wie es
die BILD-Zeitung zur Amtseinführung vom ewigen
Benedikt aka „der 16.“ predigte, will cARSCHti
noch mal der Erste unter den Letzten sein.
Als
Straßenmusiker bereiste er halb Europas
Fußgängerzonen, um mit Juliane Werding-Songs
„ein bisschen Frieden“ in die Neue Deutsche
Welle und unter die Leutseligen zu bringen. 2001
überzeugte er mit Matula, dem Song über den
ewigen TV-Ermittler im „Fall für zwei“,
auch ein TV-Publikum. Der gebürtige Wuppertaler
und bekennende „Ü 40“ hat mit Alben wie
Live im Studio und Vierzig beachtlich verspätet auf
den wichtigen deutschen Kleinkunstbühnen reüssiert.
So darf der Abschied als Fall für den einzigen umso
verfrühter folgen. Ein Abschied des Reibeisens unter
den klampfenden Liedermachern für einmal, nur nicht
für immer. (...)
Jörg
Meyer / Kieler Nachrichten / 25.08.2005
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Musik
zwischen Satire und Sentimentalität
(...)
„Es
ist auch wichtig, dass Liedermacher soziales Engagement
zeigen, deswegen wollte ich über eine unterdrückte
Minderheit singen: Die SPD“, witzelte cArschti zu
Beginn. Er eröffnete den Abend und stimmte die Gäste
mit lustig bis satirischen Texten auf die folgenden
Beiträge ein. (...)
Benjamin
Weiß / Mainspitze / 08.03.2005
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Brecht
mit einer Prise Machismo
Anzügliches
genießt der Mann auf der Bühne sichtlich. „Mein
Schiff wird kommen, wie aus 80 Kanonen“, singt
Carsten Kulla, Liedermacher aus dem Rheinland und
bekannter unter seinem Künstlernamen „cARSCHti“.
Im Jugendcafé demontiert er Bert Brecht mit einer
dicken Prise Machismo, Warten auf die Liebe, Warten auf
die Scheidung. Politik und Showszene: Persönliches
und die große weite Welt nimmt der gewichtige Sänger
mit der halbakkustischen Gitarre und dem
Marshall-Verstärker aufs Korn. Rund 20 Besucher sind
zu dem ironisch-unterhaltsamen Konzertabend gekommen,
dessen Programm ordentlich aufräumt mit dem Klischee
vom watteweichen Weltverbesserungsprogramm auf den
Notenblättern deutscher Liedermacher. (...)
hmm
/ Rüsselsheimer Echo/ 19.05.2004
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Lieder
über Tüten und Ratten im Klo
(...)
CArschti
sang ausdrucksstark über Fußball und vergaß
im angeheiterten Zustand auch mal den Text, (...)
vow
/ Südwest Presse / 18.08.2003
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Hinter
jedem Song steckt ein wahres Gefühl
(...)
Der
gebürtige Wuppertaler Carschti erzählt in seinen
Liedern über das Alleinsein und seine erste Liebe zu
Sabine Laden. (...)
Ina
Bösecke / Göttinger Tageblatt / 05.02.2003
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Liedermacher
(...)
Zuerst
legte ARSCHI
mit meist politischen Texten eine hohe Messlatte an
intelligenten Liedermachergut. (...)
Wildwechsel
/ 05.2002
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Liedermacher
aus Marburg sind schwer im Kommen
Daß
Liedermacher demnächst wieder schwer im Kommen sind,
davon konnten sich die Zuhörer selbst überzeugen.
Carsten Kulla, vielen besser bekannt als cARSCHti, Fred
Erikson, und Friedemann Jaenicke wechselten sich beim
Marburger Abend Spezial ab und zeigten unterschiedliche
Interpretationen des Begriffs Liedermacher. Ob
cARSCHti, der mit seiner Gitarre zuerst an der Reihe war,
nun „Tabuthemen“ ansprach oder von seinem
ersten Mal im Hochhaus mit Sabine Laden sang, der
gebürtige Wuppertaler mit 22 Jahren Erfahrung auf der
Bühne begeisterte das Publikum. (...)
M.Piehler
/ Marburger Neue Zeitung / 16.04.2002
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Kleine
Fluchten eines Musikers aus Passion
Carsten
Kulla singt Lieder auf der Straße
Marburg.
Februar 1987: In der
Marburger Oberstadt sieht man einen jungen Mann mit
klammen Fingern Lieder zur Gitarre singen. Die Leute
bleiben kaum stehen, gehen achtlos vorüber. Noch
keine Saison für Straßenmusikanten. Carsten
Kulla, Student aus Wuppertal und seit letztem Jahr in
Marburg beheimatet, der junge Mann aus dem Februar, spielt
auch jetzt im Juli 1987 seine aufmüpfig-zornigen und
sanft-melancholischen Lieder auf der Straße. An der
Wasserscheide, wo im Sommer die meisten Straßenmusikanten
in Marburg zu beobachten sind, hat sich ein buntes
Völkchen versammelt, um ihm zuzuhören.
Zwei
ältere Damen aus Holland werfen ein paar Gulden auf
die Gitarrentasche. Ein Dialog entwickelt sich zwischen
Zuhörern und Sänger. Holländische
Erinnerungen werden ausgetauscht, denn Carsten Kulla hat
auch schon in Eindhoven und Amsterdam gespielt. „Kennen
Sie die Gruppe 'Bots'?“, fragt er die beiden Frauen.
Sie verstehen ihn zwar nicht, nicken aber verständnisvoll.
Eine andere Dame hat sich auf die Steinstufen gesetzt und
hört intensiv zu. Ob sie öfters Straßenmusik
höre? „Eigentlich nicht, aber sein Text hat
mich aufmerksam gemacht.“
Eine
Gruppe von Halbwüchsigen hingegen geht achtlos an dem
Musikanten vorbei und imitiert ihn voller Häme. „Das
Interessante am Straßenmusikmachen liegt auch darin,
die verschiedenen Reaktionen der Leute zu beobachten.
Einige nehmen sich Zeit, auf die Texte meiner Lieder zu
lauschen und sprechen mich auch gezielt an. Mit anderen
kommt es eher zu flüchtigen Kontakten, die mich nicht
weiter bewegen!“
Angefangen
hat es bei ihm mit Auftritten in christlichen
Jugendgruppen. Mit 15 Jahren lernte Kulla im heimatlichen
Wuppertal einen Liedermacher kennen, der ihn bestärkte,
eigene Lieder zu schreiben. Bis dahin trat er zwar
öffentlich auf, sang seine Lieder aber noch nicht auf
der Straße. Die Initialzündung gab es 1982 in
Berlin, als er einen Straßenmusiker sah und dachte:
„Das kann ich auch!“ „Ich spielte in
Berlin meine Songs in der U-Bahn und fiel niemandem auf,
bis zwei Polizisten ankamen. Sofort bildete sich eine
riesige Menschentraube um mich. Da kam es zu
Solidaritätsbeweisen. Ich merkte auf einmal: Da kann
man ja was bewegen!“
Mit
Liedern seiner Vorbilder Wader, Degenhardt und Biermann,
aber auch zunehmend mit eigenen Stücken machte er
sich alsbald auf große Touren. Der „heiße
Herbst“ 1983 beeinflußte die Thematik seiner
Lieder, und der diskussionsreiche Kirchentag tat sein
Übriges. Seine kleinen Alltagsgeschichten erzählen
aber nun, 1987, auch von der Vergeblichkeit des
menschlichen Zusammenlebens, dem täglichen Frust, „in
dem die negativen Seiten des Lebens aufgezeigt werden“.
Lösungsansätze soll sich jeder selbst
heraussuchen.
Der
Traum vom Bühnenauftritt ist für Carsten Kulla
noch nicht ausgeträumt. Denn: „Auf der Straße
besteht immer das Problem, meine Botschaft rüberzubringen.
Viele Menschen nehmen meine Musik kaum zur Kenntnis.“
„Allerdings bietet Straßenmusik eine gute
Möglichkeit, die Lieder einzuüben oder zu
verbessern. Eine Menge von aktuellen Musikern (Wader,
Lämmerhirt) hat so den Durchbruch geschafft.“
In
den meisten deutschen Städten wird Straßenmusik
nunmehr toleriert. Nach einer langen Verbotswelle haben
viele Magistrate die Vorzüge erkannt, die eine
Fußgängerzone lebendiger machen. In Wuppertal
waren Konzerte auf der Straße aber vor einigen
Jahren verboten. Damals existierten viele Gruppen, die
regelmäßig an den Wochenenden in der
Fußgängerzone aufspielten. Jetzt, wo der
Straßenmusik keine Verbote mehr entgegenstehen, ist
die Wuppertaler „Szene“ gänzlich
verschwunden. Bei der Hitliste der bundesdeutschen
Städte, die Carsten Kulla aufstellt, fällt etwas
Merkwürdiges auf: „In Remscheid ist es sehr
gut“, meint er. Der Fußballclub ist ja auch
kürzlich in die zweite Liga aufgestiegen, ergänze
ich. Das Beispiel scheint auch auf andere Städte
zuzutreffen. Düsseldorf ist mau (gerade in die Zweite
Liga abgestiegen), Berlin schlecht (ebenfalls
abgestiegen), hingegen Hannover dieses Jahr akzeptabel
(aufgestiegen in die erste Liga). Ob der VfL Marburg bald
Aufsteiger in die Zweite Liga wird? Denn der junge Musiker
ist von der Atmosphäre in Bezug auf Straßenmusik
in der Universitätsstadt begeistert. „Es
könnten sich jedoch ruhig mal mehr Straßenmusiker
hierher verirren. Es gibt in Marburg noch keine
Übersättigung.“
Manfred
Hitzeroth / Oberhessische Presse / 11.07.1987
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Evangelische
Kirche gibt Arbeitslosen ein Zentrum
Arbeitsamtspräsident
Dr. Olaf Sund lobte die Lieder, die der Hagener Schüler
Carsten Kulla bei der Eröffnung des ALZ zum Thema
Arbeitslosigkeit vortrug.
Udo
Meier / Westfälische Rundschau / 11.05.1984
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„Koffiebartage“
Einen
eindeutigen Beweis dafür, daß in der
evangelischen Freikirche eine lebendige Kinder- und
Jugendarbeit praktiziert wird, lieferte die Hückeswagener
Kreuzkirchengemeinde während ihrer „Koffiebartage“.
Der 17jährige Schüler Carsten Kulla aus
Wuppertal stellte seine Lieder und seine Musik vor.
B.
Homberg / Rheinische Post / 30.10.1982
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Die
Libido in Geldern
Thomas
Heyer (Moderator):
„...
auch gut, denn Straßenmaler rutschen meistens in
ihren Bildern herum. In Geldern verteilten sie an diesem
Wochenende zum 26sten mal ihren Kreidestaub im Rahmen
eines internationalen Straßenmaler-Wettbewerbs.
Dabei wurde klar, dass Straßenmaler wirklich bunte
Vögel sind und etliche Artgenossen anziehen.
Christian Dassel mit der Samstagabend-Reportage aus
Geldern.“
Offstimme:
„Kreidezeit
in Geldern, der Boden wird hier nicht mit Füßen
getreten, er wird bekniet und gestreichelt, denn bis zum
nächsten Regen ist er der Grund für große
Augenblicke...“
Christian
Dassel (Reporter):
„Warum
malt man nicht zu Hause auf ner Leinwand und guckt sich's
dann ein Leben lang an?“ Straßenmalerin:
„Dann
würden Sie mich jetzt hier nicht interviewen, wenn
ich das zu Hause gemacht hätte, und die Leute kämen
nicht hier vorbei und würden sagen, och, schau mal,
und die Kinder würden nicht sagen, och, wie niedlich.
Das ganze hätte ja nicht dieses Flair...“
Offstimme:
„Und
auch er gehört zum Flair...“ cARSCHti
(singt):
„Die
Spaßgesellschaft ist vorbei, das Lachen wird euch
noch vergehen. Ihr müsst schon euren Intellekt
benutzen, um ein Lied wie dieses zu verstehen...“
Offstimme:
„Die
Straßen von Geldern haben also nicht nur
Oberflächliches zu bieten, denn in der Kunst geht es
um Inhalte. Verglichen mit der Konkurrenz wirkt Snoopy auf
der Hundehütte als Motiv ein wenig platt. Da muss man
schon den Intellekt benutzen um Snoopy zu
verstehen...“ Snoopy-Maler:
„Die
Message von diesem Bild ist einfach, der Snoopy liegt auf
seiner Hundehütte, un' der Woodstock is' net da. Er
hat ihn schon seit Tagen vermisst, un' der Snoopy, wie
gesagt, der liegt den ganzen Tag auf seiner Hütte und
denkt, ich hab den ganzen Tag an dich gedacht. Das is' die
Message, das kann jeder fühlen wie er moach, sachisch
moa...“ Christian
Dassel (Reporter):
„Also
das große Thema ist Sehnsucht,
vielleicht...?“ Snoopy-Maler:
„Sehnsucht,
ja, vielleicht Liebe...“
cARSCHti
(singt):
„Die
Oberflächlichkeit hat ausgedient, die Ära der
neuen Nachdenklichkeit entsteht zunächst in den
Provinzen und macht sich später in den Metropolen
breit... Denn Liedermacher sind demnächst wieder
schwer im Kommen...“ Offstimme:
„Liedermacher
cARSCHti malt seine Bilder mit Liedern, doch auch der
inhaltsschwangere Schlussakkord reißt hier keinen
von den Sitzen...“ Christian
Dassel (Reporter):
„Is'
schon schwere Kost, oder?“ cARSCHti:
„Joah,
wenn man zuhört, eigentlich nich', dann isses' eher
lustich, man muss sich aber die Mühe machen,
zuzuhören...“ Christian
Dassel (Reporter):
„Is'
halt'n Problem...“ cARSCHti:
„Joah...“
Offstimme:
„Auch
dieses Werk hat einen Hintergrund und der besteht aus
Leinwand. Das Motiv ist eine Mischung aus einem
holländischen Meister und dem Sohn des Künstlers.
Für einen echten Pflasterstein wäre der
Nach- wuchs erstens zu schade, und zweitens wäre
der Stein viel zu schwer...“ Straßenmaler:
„Ich
brauch'n Weihnachtsgeschenk für meine
Eltern...“ Christian
Dassel (Reporter):
„Sie
verbinden des denn sozusagen?“ Straßenmaler:
„Ja,
diesmal mach ich das so. Ich hab extra gefragt, ob hier
jemand was da dagegen hat, weil, Pflastermalerei mach ich
eh in erster Linie auf Leinwand...“ Christian
Dassel (Reporter):
„Sie
machen Pflastermalerei in erster Linie auf
Leinwand?“ Straßenmaler:
„Ja,
auf solchen Leinwänden.“ Christian
Dassel (Reporter):
„Das
hört sich an wie'n Widerspruch...“ Straßenmaler:
„Nicht
unbedingt, ich mal ja eigentlich...“ Christian
Dassel (Reporter):
„Macht
man Pflastermalerei nicht auf Pfaster -
eigentlich?“ Straßenmaler:
„Ja,
aber da, wo ich das mache, das ist in München, da ist
das verboten auf's Pflaster zu malen.“ Offstimme:
„In
Geldern ist es nicht nur nicht verboten, es ist sogar
gewollt und sorgt an diesem Wochenende für zufriedene
Gesichter.“
cARSCHti
(singt im Hintergrund):
„Völlig
triebgesteuert gab ich der Begierde nach...“ Passant:
„Ich
find datt ganz gut, weil datt hier allet so schön
durcheinander is, will ma' sagen, dat find ich gut, dat
hat Geldern hier gut gemacht, datt muss man lassen...“
cARSCHti
(singt im Hintergrund):
„...
die Libido auf Berg- und Taliban...“ Christian
Dassel (Reporter):
„Jetzt
singt er von der Libido.“ Passant:
"Libido?
Watt is datt dann?..." Christian
Dassel (Reporter):
„Libido?“ Passant:
„Libidu?
Libidoo?“ Christian
Dassel (Reporter):
„Haben
sie Kinder?“ Passant:
„Ja...“ Christian
Dassel (Reporter):
„Dann
hatten Sie doch auch mal Libido, oder?“ Passant
(denkt nach, dann fällt der Groschen):
„Ach
soo!! Datt!!! Ah soooo!!!!! Tschuldigung, hähä!
... Datt gehört doch au' nich' hier hin, nä?“
Offstimme:
„Wie
so vieles ist das Ansichtssache. Ohne Libido kein
Nachwuchs, ohne Nachwuchs keine Zukunft für die
Straßenkunst. Doch ein derart düsteres Bild
braucht man gerade in Geldern nicht zu malen.“
Thomas
Heyer (Moderator)
grinst:
„Das
war Christian Dassel auf der Suche nach der Libido in
Geldern, ja...“
Moderator:
Thomas
Heyer Bericht:
Christian
Dassel Kamera:
Markus
Dassel
WDR-Fernsehen
Aktuelle Stunde 05.09.2004
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